QM
5 | 26.02.2020

Vivienne E.

Inhalt: Ein Theaterdarsteller springt nach seiner Aufführung vom Balkon. Eine Journalistin begibt sich auf die Suche nach den Gründen für seine Entscheidung. Schritt für Schritt taucht sie in sein Leben ein und öffnet dabei Tür um Tür — auch wenn einige besser verriegelt bleiben sollten.

Schreibstil: Ich-Erzählperspektive mit unterschiedlichen Ich-Erzählern — fließend, nüchtern, pointiert

Meine Meinung: Die Merkmale einer Novelle wurden perfekt umgesetzt. So fand sich z. B. das Dingsymbol in unterschiedlichen Spezifikationen wieder. Die Figuren sind allesamt namenlos, ohne physische Besonderheiten und gleichen Umrissen auf einer Leinwand, die der Leser mit seiner eigenen farbvollen Fantasie ausmalen kann. Für mich ist diese kleine Novelle eine Collage großer Gefühle und Gedanken: Lüge und Liebe, Wahrheit und Wahrnehmung, Erwachsenwerden und Erwachen, Bewusstseinsebenen und Beziehungen zu Mitmenschen — all dieses und noch viel mehr begegnet dem Leser auf dieser Buchbühne und zwingt ihn, sein eigenes Schauspiel auf der Bühne des Lebens zu reflektieren.

Fazit: philosophisch und poetisch. Ein kleines Kunstwerk — mit Tiefgang fern des Mainstreams

Eine Empfehlung für alle, die gern etwas Anspruchsvolleres lesen und bereit sind, in einen Spiegel zu schauen

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