QM
5 | 21.07.2020

Rasch

Kennen Sie die Verbindung zwischen den Atemzügen einer Vater-Sohn-Beziehung und dem Atmen des Universums? Es ist die Zeit zwischen den Spiegeln!

Sich einem so gewaltigen Thema, wie der Liebe in uns und zwischen den Menschen, von der sachlichen Ebene her zu nähern, ist ein enorm hoher philosophischer Anspruch. Der Autor Qamar Mahmood hat diesen Anspruch! Und ja, obwohl noch jung an Jahren, wird er ihm gerecht!

Welchen Grund gibt es, sein Leben aufzugeben oder aber weiterzuleben? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich die Journalistin, die vor dem Suizid eines Theaterschauspielers mit ihm ein letztes Gespräch führte. Sie fühlt Schuld, aber hat sie diese auch tatsächlich? Während Ihrer Recherchen geben die wichtigsten Bezugspersonen im Leben des Schauspielers, in der Ich-Erzählweise ihre Perspektiven der Ereignisse wieder. Sie dringen Satz für Satz in unser Bewusstsein ein und erzeugen mit jeder neuen Erkenntnis eine Spiegelung unserer eigenen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Der Grundtenor der Novelle liegt in der Bedeutung von Nähe und Distanz von Menschen im allgemeinen Denken und Fühlen und im Besonderen innerhalb einer Familie. Erst verborgen und dann zunehmend offensiver, wird der Leser im Wechselspiel von Poesie und spielerischer Erzählweise zum überraschenden Ende geführt! Das alle Protagonisten ohne Namen bleiben, erscheint anfangs verwirrend, lässt jedoch zu sich ganz dem eigentlichen Sinn der Handlung hinzugeben.

Wer all die wundervollen Botschaften zwischen den Dialogen begreift, wird am Ende eine Antwort auf die ganz persönliche Frage finden: Wie viel Liebe und von wem, brauche ich, um den Wert meines Lebens zu erkennen?
Besonders empfehlenswert für alle Sinnsuchenden, Zweifelnden und Philosophen. Mein Wunsch an den Autor: Mit dem nächsten Buch, bitte einen weiteren Meilenstein für intelligente und einfühlsame Literatur setzen. Danke!

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