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5 | 05.09.2021

Correct

"Narbenblind" gewährt uns einen gnadenlos ehrlichen Blick (von innen heraus) auf eine vielfach wandelbare und dennoch in sich geschlossene Welt. Beim Lesen nähern wir uns den Charakteren, die uns in die Wirren ihres Lebens und denen ihrer Köpfe entführen. Wir begleiten sie mehr und mehr, während sie uns vor den Kopf stoßen, nur um zeitgleich unseren Horizont zu erweitern. Mahmood lässt viele Geschichten in einer entstehen und eine Einzige die Vielen verbinden. Die Bilder, die er mit seinen Worten vor unserem inneren Auge erweckt, stecken voller liebevollem Zauber auch wenn sie meist unscheinbar daherkommen. Bis ins kleinste Detail werden wir von den Begegnungen, den Klängen, den Gerüchen, der Wirkung des Augenblicks umfangen. Oft wird zum Innehalten bewegt, dazu ermutigt, in einen Spiegel zu schauen, der einem manchmal ein vertrautes Bild und manchmal etwas völlig unerwartetes zurückwirft. Der Schmerz des Lebens findet sich in den Worten der Geschichte genauso stark wieder, wie das Bewusstsein um seinen Wert. Eine Geschichte trägt in die Nächste und nur die Berührung der vorherigen hält noch lange an.

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