QM
5 | 09.10.2021

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Qamar Mahmood hat es schon wieder gemacht. Nach seiner Novelle "Zwischen den Spiegeln" legt er mit "Narbenblind" erneut ein nachdenklich machendes Werk auf.

Ich hatte das Buch unmittelbar nach seinem Erscheinen gekauft, aber dann kam das Leben beim Lesen dazwischen. Gut so, denn leicht verdauliche Sommerlektüre ist "Narbenblind" nicht. Zu nachdenklich sind die Charaktere, zu melancholisch die Stimmung des Buches. Es ist kein Buch für das Freibad, dass man einfach beiseite legt, weil die Kinder ein Eis möchten ... Es passt besser in die jetzige Jahreszeit.

Am Anfang des Buches werden verschiedene Charaktere jeweils in der Ichperspektive eingeführt. Noch ohne erkennbaren Zusammenhang. Doch dann fängt Mahmood an, das Netz zu weben, Schicksale miteinander zu verknüpfen, Puzzlestücke zu ordnen und eine Geschichte daraus zu spinnen, die schließlich alles unaufgeregt und trotzdem aufwühlend zusammenfügt.
Am Ende ist alles geklärt und doch so viele Fragen offen. Nicht für den Leser, aber für den Hauptcharakter Miriam. Zumindest die geklärten Fragen geben ihr die Chance, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Ob sie es tut, bleibt dem Leser verborgen.

Für mich ist "Narbenblind" ein Herbstbuch. Vielleicht DAS Herbstbuch 2021. Den Autor sollte man (weiter) im Auge behalten.

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