QM
5 | 14.05.2019

Alia Hübsch

Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Besonders angetan hat es mir die Spiegel-Metapher, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht. Der Spiegel ist immer nur Träger von etwas, von Kommunikation, ist immer auch Abbild und Wiederholung bestimmter Gesetze, ein Zurückholen und Einholen des Erlebten, Vergessenen und Erinnerten, ist Nachahmung, Bewegung und Stillstand, Berechenbarkeit und Unberechenbarkeit. Der Spiegel ist der Wunsch, das zu sein was man sieht, was man nicht ist. Der Spiegel zeigt das, was rechts ist, als links an, er ist nie das Ganze selbst, sondern stets ein Fragment, ein Ausdruck des Ganzen. Er erfüllt die Erwartung und bricht sie zugleich, in der Vervollkommnung/Selbst-Erkenntnis und in der Selbstkritik. Zugleich geht es in der Novelle um die Zweckmäßigkeit der Begegnung mit dem Anderen und dem Selbst, die Verlässlichkeit und Notwendigkeit, ja, das Ungesehene in der Kommunikation.

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